2011
Aug 
16

Tagebuch vom Bandurlaub

Filed under: Allgemein

Vor einigen Wochen traten wir im Anschluss an das „Feast of Friends Festival“ unseren ersten gemeinsamen Bandurlaub an. Dieses besondere Ereignis wurde in Form von Fotos und Tagebuch ausführlich dokumentiert. Hier die lustigsten und wichtigsten Erlebnisse (Fotos gibt es unter „Galerie“):

 

Freitag, 29. Juli: Jim Morrison und Co.

Um 11 Uhr hieß es für Piece of Janis „Abfahrt Richtung Magdeburg zum Feast of Friends Festival“. Mit ein wenig Verzögerung kamen wir dann am späten Nachmittag in Heyrothsberge an. Schnell machten wir Soundcheck, schlugen unsere Zelte auf und dann ging es um 21 Uhr nach „Montgomery Shrapp“ rauf auf die Bühne. Die Stimmung war wieder einmal gigantisch, sowohl auf der Bühne als auch bei den Zuschauern. Einige Videos wurden von unseren Fans auf YouTube hochgeladen: bitte hier klicken. Wir blieben noch das komplette Festival über dort und schauten uns all die grandiosen Bands vom Samstagabend an. Das Doors-Festival ist ein echtes Muss für alle Musik-Fans der 60er Jahre! Tolle Location und viele nette verrückte Leute! Fotos, Videos und Infos zum Festival findet ihr auf www.feastoffriends.de.

 

Sonntag: Erlebnisse „on the road“

Am Sonntag gegen 13 Uhr hieß es ein weiteres Mal „Abfahrt“ – diesmal weiter in Richtung Husum. Noch ziemlich k.o. vom Festival freuten wir uns schon alle auf eine heiße Dusche und ein richtiges Bett in unserem „Haus am Deich“, in dem wir knapp eine Woche Bandurlaub machen wollten. Leider war uns das jedoch so schnell nicht vergönnt. Bei Braunschweig mussten wir eine Zwangspause einlegen, da es auf der Autobahn zur Vollsperrung kam. Natürlich haben wir das Beste daraus gemacht und gleich mal bei unseren Autonachbarn an der Scheibe geklopft: „Hey ihr da! Wie geht’s denn so?“ Die sahen so aus, als kämen sie gerade ebenfalls von einem Hippie-Festival, was sich dann auch bewahrheitete. Wir nutzten die Zeit, um ein bisschen zu schnacken, verschenkten noch eine PoJ-Cd und konnten uns sogar nützlich machen, indem wir etwas Zahnpasta ausliehen und so weiter und so fort… Nach insg. ca. 11 Stunden Fahrt fuhren wir dann endlich in unsere Zielstraße im Örtchen Reußenköge ein. „Super“, dachten wir, „jetzt sind wir bald da“. Leider bemerkten wir erst ziemlich spät, dass sich die Straße über 5 km erstreckt. Bis wir unser Haus gefunden hatten (es war eines von insg. 5 Häusern im Umkreis von 20 km), verging noch einmal eine gefühlte Stunde. Doch dann, endlich, um 23 Uhr erkannten wir im Dunkeln die Hausnummer 12 – unsere Nummer! Puh, Instrumente ausladen, Bierchen trinken und dann ab ins Bett.

 

Montag: Das Psychedelic Sheep

Morgens bauten wir erst einmal im Wintergarten Instrumente plus Anlage auf, um an unseren eigenen Songs zu arbeiten. Nach einigen Stunden war es Zeit für ein Päuschen auf der Terrasse. „Haus am Deich“ heißt es ja. Das machte sich auch schnell bemerkbar. Was gibt es nämlich auf dem Deich?? Na? Ja, sie waren während des ganzen Urlaubs nicht zu überhören – die Schafe. Da lag es nahe, darüber zu philosophierten, wie denn unser Album mit den eigenen Songs heißen könnte. Inspiriert von den Lauten der Natur hatte unser Drummer Stefan eine Idee: „Psychedelic Sheep!“ Eine andere Möglichkeit kam Steffi in den Sinn: „Lasst uns das Album anstatt „Cheep Thrills“ (so heißt ein Album von Janis) „Sheep Thrills“ nennen.“ Hmmm… Mit diesen Gedanken im Kopf machten wir uns auf den Weg an den Deich, um das Psychedelic Sheep für unser Album zu finden.

 

Dienstag: Psycho-Spiele

Der Dienstag startete wieder mit Musik. Danach machten wir einen Ausflug ans Meer und ließen uns die Sonne auf den Bauch scheinen. Abends versuchten wir die 16 Lebensmotive der einzelnen Bandmitglieder herauszufinden. Tiefe Abgründe taten sich auf; doch zumindest wurde die Empathie füreinander gesteigert. Ihr versteht – wir wissen nun, warum der andere so handelt, wie er handelt. Um Mitternacht hatten wir genug von der Psychoanalyse und setzten uns lieber noch ein wenig an unsere Instrumente bzw. vors Mikro. Das war übrigens ein Vorteil dieser Abgeschiedenheit: außer den Schafen war niemand dort, den wir hätten stören können. Bei dieser Session, die bis drei Uhr nachts ging, entwickelten sich zwei neue Songs.

 

Der Mercedes Benz-Tag

Schon lange schwebte uns im Kopf herum, Mercedes Benz bei den Auftritten auch einmal instrumentalisiert zu spielen. Am Morgen machten wir uns auf in den Wintergarten, um dies zu realisieren. Als wir nun ausprobierten, in welche Richtung das Ganze gehen soll, fragten wir uns: „Warum sich denn für eine Richtung entscheiden?“ So nahmen wir von A – wie Ambience – bis Z – wie ZZ-Top – „Mercedes Benz“ in allen möglichen Stilrichtungen auf. Für die nächsten Konzerte dürft ihr euch was wünschen! J Wir hätten nun Mercedes Benz z.B. in der Latin-, Walzer-, Country-, Polka- oder Heavy Metal-Version anzubieten.

 

Donnerstag: Musizieren mit Schafen

So allmählich gewöhnten wir uns an die Schafe und nachdem wir tagsüber noch einen neuen Song geprobt hatten, ein bisschen bummeln in Flensburg waren und abends nach dem Essen nett beisammen saßen, kamen wir auf eine tolle Idee. Es war schon wieder Mitternacht und wir hatten Lust auf Musik. Aber akustisch sollte es sein und an einem besonderen Ort. So machten wir uns mit Gitarre, Cajon, Tambourin und Taschenlampe bewaffnet auf den Weg zum Deich. Oben auf dem Hügel angekommen setzten wir uns auf eine Bank und stimmten erst einmal „Hotel California“ an. Kamen dort unbewusste Sehnsüchte zum Ausdruck? Wir wechselten zu „What shall we do with a drunken sailor?“ – dazu lieber kein Kommentar. Was für ein Gefühl: Inmitten von Schafen auf dem Deich zu musizieren (mit „Schafe“ ist nicht die Band gemeint), eine Brise Salzluft und ein kühler Wind vom Meer. Als wir uns jedoch nach dem Song umschauten, war zu unserem Erstaunen weit und breit kein Schaf mehr zu sehen. Nach einer kurzen Phase des Wunderns stimmten wir wieder ein, bis wir dann über den „Schafs-Blues“ zu „Gute Nacht Schafe“ zum Ende unserer Deich-Session kamen. Zufrieden gingen wir wieder zu unserem Haus.

 

Freitag: Frischer Fisch

Nun sind wir schon an unserem letzten Tag angelangt, den wir zur Abwechslung mal ein wenig ruhiger angehen wollten. Nach der letzten Nacht hatten wir alle zunächst einmal etwas Schlaf nachzuholen, weshalb sich das Frühstück in den Mittag verschob. Bevor wir alles wieder zusammenpackten, machten wir noch ein bisschen Musik. Abends fuhren wir dann an den Hafen von Husum, um endlich einmal frischen Fisch zu genießen. Und das haben wir auch! Es war ein gelungener Abschluss, der unseren Bandurlaub nicht besser hätte abrunden können.

 

Samstag: Abschied – Auge in Auge mit dem Bullen

Insgesamt war es ein sehr kreativer Urlaub für die Band. Viele tolle Ideen für unsere eigenen Songs sprudelten nur so aus uns heraus und wir haben sogar einige neue Songs geprobt. Wir hatten Glück und haben das Meer gesehen. Mit unserem Haus am Deich (und am Teich) hatten wir es idyllisch und vom Platz her großzügig angetroffen. Nun gut, mal abgesehen davon, dass wir zum Einkaufen 20 km fahren mussten, hatte die Abgeschiedenheit, wie gesagt, auch Vorteile: Wir konnten laut sein und haben die Natur in ihrer voller Pracht erleben dürfen. Greifvögel, Kröten, Tauben, Kühe; vor allem aber mit Mücken und Schafen konnten wir direkte Kontakte knüpfen. Aber mal ganz ehrlich: Nach sieben Tagen waren wir dann doch froh, dass die nächtliche Verbeulung durch Mückenstiche und das täglich permanente Blöcken der Schafe bald ein Ende hatte. – Dem wurde dann doch noch zu guter letzt morgens an unserem Abreisetag die Krone aufgesetzt, als wir von einem brünstigen Bullen geweckt wurden. Der beschwerte sich nämlich dermaßen lautstark, dass wir alle zunächst dachten, eine Kuh würde ihr Kalb zur Welt bringen – und das mitten im Hausflur! Wir machten uns echte Sorgen. Als das Muhen des Bullen während unseres Frühstücks immer lauter wurde, machte sich unser Gitarrist Bert dann doch mal auf den Weg, um sich ein Bild der Situation zu verschaffen. Er kam mit einem Grinsen zurück und berichtete uns seine Eindrücke. Zufrieden und mit einem Schmunzeln im Gesicht konnten wir dann beruhigt unsere Heimreise antreten.